Tipps für die perfekte Langzeitbelichtung

Nebelartige Wassergebilde, extreme Wolkenstreifen oder verschwommene Menschenmassen - die Fotografie per Langzeitbelichtung bietet viele Möglichkeiten um sich kreativ auszutoben. Erfahre in diesem Blogartikel was du dafür benötigst und wie du in die Welt der Langzeitbelichtungen einsteigst.

 

Was ist eine Langzeitbelichtung?

Wikipedia definiert eine Langzeitbelichtung so:


"Von Langzeitbelichtung wird in der Fotografie ab einer Belichtungszeit von mehreren Sekunden gesprochen. Langzeitbelichtungen werden eingesetzt, um auch bei geringem Licht noch fotografieren zu können oder um Bewegungsabläufe aufzuzeigen, im technischen und künstlerischen Bereich."


Die Langzeitbelichtung ist also dadurch gekennzeichnet, dass eine Belichtungszeit von mehreren Sekunden erreicht wird. Dies kann dazu verwendet werden um beispielsweise nachts noch genug Licht auf dem Sensor einzufangen oder auch um Bewegungen ineinander verschwimmen zu lassen.


Benutze ein stabiles Stativ

Auch wenn die Bildstabilisatoren in modernen Kameras immer besser werden, können sie keine Verwacklungen bei einer Belichtungszeit von einer Sekunde oder mehr ausgleichen. Du wirst also um einen festen Untergrund für deine Kamera nicht herumkommen.


Klassischerweise benutzt man für die Kamerastabilisierung ein Stativ. Achte beim Kauf darauf, dass es ein stabiles Modell ist, denn sonst verwackelt dein Bild aufgrund äußerer Einflüsse wie zum Beispiel dem Wind. Gerade günstige Stative bieten oftmals leider nicht die nötige Stabilität für Langzeitbelichtungen.


Natürlich kannst du alternativ auch andere Untergründe wie z.B. eine vorhandene Parkbank oder einfach den Boden verwenden. Um in einem solchen Fall die Kamera sauber ausrichten zu können, kannst du ein Bean Bag, also ein kleines gefülltes Säckchen, oder ähnliches verwenden.


Vermeide Verwacklungen beim Auslösen

Nachdem deine Kamera nun stabil steht, ist es wichtig, dass du Verwacklungen aller Art vermeidest. Gerade beim Auslösen können sich diese aber schnell ergeben.


Löse also nicht klassisch per Auslöseknopf an der Kamera aus, sondern benutze hierfür einen Fernauslöser (Kabel oder Infrarot) oder den Selbstauslöser der Kamera. Stelle den Selbstauslöser auf zwei Sekunden oder mehr.


Bei DSLRs solltest du auch die Spiegelvorauslösung im Menü aktivieren, da es sonst durch das Schwingen des Spiegels zu Verwacklungen während der Belichtung kommen kann.


Geh mit der ISO runter

Wenn du die Tipps bis hierher beachtet hast, sollte dein langzeitbelichtetes Bild knackscharf werden. Aber ist es auch rauschfrei?


Die Automatik deiner Kamera wird bei einer längeren Belichtungszeiten den ISO-Wert erhöhen. Dadurch entsteht Rauschen, dass gerade bei Langzeitbelichtungen teilweise stark in Erscheinung tritt.


Um dies zu verhindern stelle den ISO-Wert manuell auf einen niedrigen Wert (je nach Kamera 100 oder 200). Dies verlängert zwar deine Belichtungszeit, das ist aber nicht weiter schlimm, da du aufgrund des Stativs dennoch ein scharfes Bild erhältst.


Benutze für Langzeitbelichtungen am Tag einen ND-Filter

Wenn du Langzeitbelichtungen am Tag durchführen möchtest, kann es dir schnell passieren, dass dein Bild vollkommen überbelichtet wird. Das liegt daran, dass nun zu lange zu viel Licht auf den Sensor fällt.

 

Du musst also für eine Langzeitbelichtung die Menge an einfallendem Licht reduzieren. Das machst du indem du einen ND-Filter (auch Graufilter genannt) verwendest. Dieser wird vor das Objektiv geschraubt und wirkt dort wie eine Sonnenbrille. Mit dem richtigen ND-Filter kannst du also auch bei strahlendem Sonnenschein Langzeitbelichtungen erstellen.

 

Dadurch, dass nun aber wesentlich weniger Licht in der Kamera ankommt, kann es passieren, dass der Autofokus nicht mehr richtig arbeiten kann. In so einem Fall gehst du folgendermaßen vor:

 

  1. Wähle den gewünschten Bildausschnitt und die gewünschte Blende
  2. Fokussiere das Bild per Autofokus während du noch keinen ND-Filter aufgeschraubt hast.
  3. Stelle nun deine Kamera auf manuellen Fokus
  4. Schraube anschließend den ND-Filter auf das Objektiv und lass die Kamera die Belichtungszeit ermitteln oder stelle sie manuell ein
  5. Mach dein Bild

ND-Filter gibt es in verschiedenen Ausführungen. Für den Einstieg sollte ein Filter mit einer Verminderung des Lichteinfalls um 10 Blenden eine gute Wahl sein. Je nach Hersteller wird so ein Filter z.B. ND3.0 oder ND1000 genannt. Achte beim Filterkauf auch auf die korrekte Größe des Filters, so dass er mit dem Durchmesser deines Objektivs übereinstimmt (den Durchmesser kannst du an deinem Objektiv ablesen).

 

Fazit

Langzeitbelichtungen sind ein äußerst interessanter Aspekt der Fotografie, in dem du dich kreativ austoben kannst. Du erhältst ungewöhnliche und zum Teil dramatische Effekte.


Allerdings wirst du um die Anschaffung von etwas Fotozubehör (Stativ, ggfs. Kabelauslöser und ND-Filter) nicht herumkommen.


Ich wünsche dir viel Spaß beim Experimentieren und empfehle dir zur Anregung für deine Langzeitbelichtungen auch mal bei Flickr vorbeizuschauen.


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