So gelingen dir perfekte Portraitbilder

"Fotografieren ist mehr als auf den Auslöser drücken." Dieses Zitat der französischen Fotografin Bettina Rheims gilt insbesondere auch bei der Portraitfotografie.

 

Denn schöne Portraitbilder zu erstellen ist mehr, als nur mit der Kamera auf einen Menschen drauf zu halten. In diesem Artikel bekommst du einige Tipps mit denen du bessere Portraitaufnahmen erstellst. Und das Ganze ohne besondere Hilfsmittel für die du einen Haufen Geld ausgeben musst.

 

Raus aus der Mittagssonne

In der Mittagssonne sehen Gesichter auf einem Foto oft nicht gut aus. Das liegt daran, dass die hochstehende Sonne Schatten in den Augenhöhlen und unter der Nase produziert. Um das zu verhindern, kannst du auf Wolken warten oder dir einfach einen schattigen Platz zum Fotografieren suchen. Hierfür bieten sich z.B. schattige Parks oder auch Plätze mit Überdachung an.

Mit Gegenlicht fotografieren

Gegenlicht kann sehr interessant wirken, z.B. kannst du dein Model in einen Lichtsaum hüllen oder eher ein scherenschnittartiges Bild machen. Probiere verschiedene Belichtungseinstellungen aus und lasse dich dabei nicht vom kamerainternen Belichtungsmesser irritieren.


Auf dem folgenden Bild hat mir der Belichtungsmesser beispielsweise eine extreme Überbelichtung angezeigt. Hätte ich auf ihn gehört, wäre ein wesentlich dunkleres und damit auch langweiligeres Bild entstanden.

Ich nutze als Gegenlicht gerne die tiefstehende Sonne oder fotografiere mit einem großen Fenster als natürliche Gegenlichtquelle.


Nicht immer aus Augenhöhe fotografieren

Der Standpunkt ist ein entscheidendes Kriterium für ein spannendes Portraitbild. Du kannst etwa von unten fotografieren um jemand größer und damit selbstbewusster darzustellen. Achte dabei aber darauf, dass du nicht zu tief in die Nasenlöcher fotografierst ;-)


Ein hoher Standpunkt kann jemand eher schüchtern oder unschuldig aussehen lassen.


Oft sind die ungewöhnlichen Perspektiven die spannendsten. Also scheue dich nicht, dich auch mal in den Dreck zu werfen um ein gutes Bild zu machen.

Offenblende geschickt einsetzen

Mit einer offenen Blende (F2,8 oder weniger) kannst du super Portraitbilder inszenieren, bei denen dein Model wunderbar vom unscharfen Hintergrund separiert wird.


Aber nur weil dein Hintergrund in Unschärfe versinkt, heißt das nicht, dass er langweilig sein muss. Du kannst z.B. reflektierende Flächen (Schaufenster, Wasserbrunnen…) einbauen, die als diffuse Lichtflecken deinen Hintergrund aufwerten.

Schöne Hintergründe finden

Wenn wir gerade von Hintergründen sprechen: Schau dich um und suche nach interessanten Stellen, die einen tollen Hintergrund für dein Bild abgeben können.


Mir gefallen Ziegelmauern oder alte Holzwände sehr gut – hier kann man je nach Lichteinfall die Strukturen sehr gut rausarbeiten. Aber auch farbige Flächen können toll zu deinem Model passen bzw. einen schönen Kontrast bilden.

Auf die Augen fokussieren

Gerade wenn du sehr offenblendig fotografierst, solltest du immer darauf achten, wo dein Schärfepunkt sitzt. Ein Portrait sieht oft dann am besten aus, wenn die Bildschärfe auf den Augen deines Models sitzt.


Nutze dazu die verschiedenen Fokuspunkte deiner Kamera oder auch eine eventuell vorhandene automatische Gesichtserkennung.


Achte auch darauf, dass genügend Licht auf die Augen fällt, damit ein schöner Glanzeffekt entsteht. Das erreichst du, indem du dein Model gegenüber einer lichtreflektierenden Fläche (z.B. einer hellen Wand) positionierst.

Nicht immer in die Mitte

Ein absoluter Klassiker in der Fotografie ist die 2/3-Regel. Nutze sie auch bei Portraitbildern.


Nimm dein Model also nicht immer exakt in die Bildmitte, sondern platziere es links oder rechts davon. Ich finde, es sieht dann besonders gut aus, wenn das Model in das Bild hineinschaut, also in Richtung der größeren Bildfläche.

Sprich mit deinem Model

Wahrscheinlich der wichtigste Tipp von allen: Sprich mit deinem Model. Es selbst kann sich beim Fotografieren nicht sehen und weiß daher nicht immer was gut und was weniger gut aussieht. Also hilf dem Menschen vor der Kamera, indem du ihm ein Feedback gibst.


Das kann ein Lob sein oder eine kleine Korrektur der Pose. Wenn du eine kurze Pause zum Einstellen der Kamera benötigst, dann sage auch das deinem Model, damit es nicht dumm in der Gegend rum steht.


Du wirst sehen, umso mehr du mit deinem Model sprichst, auch mal hier und da ein Späßchen machst, umso schneller wird die Situation locker und entspannt und du bekommst die schönsten Fotos.

Fazit

Ich hoffe, du hast mit diesem Blogartikel einige Anregungen und Tipps für dein nächstes Portraitshooting bekommen. Wie du gesehen hast, ist der richtige Umgang mit dem Licht für eine Portraitaufnahme sehr wichtig. Setze daher dein Licht bewußt ein. Aber auch die Bildkomposition, die Aufnahmeperspektive und die Kommunikation mit deinem Model sind für ein schönes Bild absolut wesentlich.

 

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